Psoriasis
Mehr Lebensqualtität trotz Schuppenflechte

Psoriasis oder Schuppenflechte ist eine Erkrankung, die bereits seit dem Altertum bekannt ist, aber erst vor 150 Jahren als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben wurde. Diese Hauterkrankung ist zwar weltweit verbreitet, jedoch sind Menschen mit europäisch-kaukasischer Abstammung am häufigsten davon betroffen, Menschen mit afrikanischer Herkunft dagegen sehr selten.
In Österreich leiden etwa 2 % der Bevölkerung unter Psoriasis, womit sie zu den häufigsten Hauterkrankungen zählt. Es handelt sich hierbei um scharf begrenzte, rötliche Krankheitsherde, die leicht erhaben sein können und mit mehr oder weniger dichten, silbrigen Schuppen bedeckt sind.
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| Was ist Psoriasis ?Psoriasis tritt bei den meisten Patienten
erstmals zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahrzehnt auf, auch um
das 60. Lebensjahr häuft sich das Auftreten von Schuppenflechte. Männer
und Frauen sind dabei gleichermaßen betroffen. Bei ca. 10 bis 30 % der
Patienten werden auch die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen. Psoriasis
ist jedoch nicht ansteckend und befällt keine inneren Organe.
Bei
einer leichten Form der Psoriasis wird die schuppende Haut als
kosmetisch störend empfunden, während die starke Form nicht nur als
Erkrankung, sondern auch als psychische Belastung eine enorme
Einschränkung der Lebensqualität mit sich bringen kann.
Schwere
Psoriasis-Erkrankungen können mitunter lebensgefährlich verlaufen oder
bedürfen einer Behandlung im Krankenhaus.
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Genetische Ursachen äußerliche Auslöser
Die Ursachen von Schuppenflechte liegen in einer genetischen Disposition - Männer und Frauen sind gleichermaßen von der Erkrankung betroffen. Der Vererbungsmodus ist derzeit noch nicht klar, bekannt ist allerdings, dass es für den ersten Schub meist einen Auslöser gibt. Auslöser können einschneidende, psychisch belastende Erlebnisse, Stress, chirurgische Eingriffe, schwere Sonnenbrände, Medikamente oder Infektionen sein.
Keine Gefahr der Ansteckung
Bislang ist die Entstehung und Ursache von Schuppenflechte noch ungeklärt, es steht jedoch fest, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, die genetisch veranlagt ist. Die Wahrscheinlichkeit, an Psoriasis zu erkranken, wenn ein Elternteil bereits daran leidet, liegt bei 20%, erhöht sich aber auf 50-75%, wenn beide Elternteile erkrankt sind.
Wenn Hautzellen schneller wachsen als sie sollten
Psoriasis führt zu einem beschleunigten Wachstum der Hautzellen und
damit zu erhabenen, schuppigen Hautbereichen. Die häufigste Form der
Psoriasis macht sich durch rote, erhabene Hautgebiete bemerkbar, die
mit lockeren Schuppen besetzt sind und jucken bzw. brennen können.
Psoriasis tritt am häufigsten auf der Kopfhaut, an den Knien, Ellbogen,
im unteren Rückenbereich und an Händen und Füssen auf, kann sich jedoch
überall auf der Haut entwickeln. Oft sind auch die Nägel befallen.
Etwa 20 Prozent der Psoriasis-PatientInnen entwickeln eine Psoriasis
Arthritis, welche mit Schmerzen und Schwellungen der Gelenke einhergeht
und unbehandelt zu schweren Verformungen der Gelenke führen kann.
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Psoriasis ist aufgrund des ständig schwelenden Entzündungsprozesses in der Haut mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden. Dazu kommen häufig auch Depressionen und Übergewicht.
Arten der Psoriasis
Neben der Psoriasis vulgaris gibt es noch andere Sonderformen der Schuppenflechte, beispielsweise die Psoriasis inversa, die hauptsächlich den Nabel-, Leisten- und Achselhöhlenbereich sowie die Gesäßfalte betrifft. Eine weitere Form ist die palmoplantare Psoriasis. Hierbei handelt es sich um Schuppenflechte auf den Handflächen und Fußsohlen. Die Nagelpsoriasis äußert sich als stecknadelgroße Eindellungen, Verfärbungen und Verdickungen der Nägel und ist besonders schwer behandelbar.
Eine weitere schwere Verlaufsform ist die erythrodermatische Form der Psoriasis. Besonders gefährlich ist sie aufgrund der ausgedehnten Entzündung, die mit einem stark verminderten Allgemeinzustand einhergehen kann. Die Psoriasis pustulosa ist durch oberflächliche sterile Pusteln und Fieber gekennzeichnet. Ein schnelles therapeutisches Eingreifen ist bei generalisiertem Befall erforderlich.
Behandlung und Therapie
Psoriasis kann zwar nicht geheilt, jedoch sehr wirksam behandelt werden. Je nach Art und Schwere der Krankheit verordnet der Arzt äußerliche Behandlungsmaßnahmen oder verschiedene Arten der Lichttherapie.
Bei schwereren Erkrankungen werden üblicherweise zuerst die traditionellen Systemtherapien angewendet: Methotrexat, Cyclosporin, Fumarsäure, ev. auch Retinoide. Wenn diese Therapien nicht wirken, aufgrund von anderen Erkrankungen nicht gegeben werden dürfen oder nicht vertragen werden, hat man heutzutage mit den sogenannte
Biologika (TNFa Inhibitoren: Adalimumab (Humira®), Etanercept (Enbrel®), Infliximab (Remicade®); T-Zell Modulatoren: Efalizumab (Raptiva®)) eine wichtige Alternative. Sie zeichnen sich durch ihre rasche Wirksamkeit und gute Verträglichkeit aus, sind allerdings im Vergleich zu den anderen Therapien wesentlich teurer.
Die Patienten erfahren nicht nur eine Rückbildung der Hautveränderungen, sondern auch ein Abklingen ihrer Symptome und damit eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität. Da sich die PatientInnen das Medikament in regelmäßigen Abständen selbst injizieren können, kann die Therapie problemlos in den privaten und beruflichen Alltag integriert werden. Die Erfordernis zeitintensiver Spital- oder Facharztbesuche wird dadurch deutlich geringer, ein normales Leben wird wieder möglich.", führt Ao. Univ. Prof. Dr. Adrian Tanew, Leiter der Psoriasis Ambulanz an der Universitätsklinik für Dermatologie, Medizinische Universität Wien, AKH, aus.
Therapie für das Selbstbewusstsein
Psoriasis ist eine dermatologische Erkrankung, die das körperliche und das seelische Wohlbefinden der Patienten beeinträchtigt. Neben dem Juckreiz entsteht häufig das Gefühl der Entstellung, welches Scham hervorruft und so Selbstbild, wie Selbstbewusstsein beschädigt," weiss Mag. Beate Handler,
Klinische- und Gesundheitspsychologin und Psychotherapeutin dazu zu berichten. " Je bessere somatische Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen, umso erfolgreicher kann auch die Psyche von Betroffenen stabilisiert, Körper- und Selbstbewusstsein aufgebaut und somit mehr Lebensqualität erreicht werden.
PatientInnenbefragung: Aufklärung lindert Leid
Viele PatientInnen leben sehr lange mit den Symptomen der Schuppenflechte bevor sie eine FachärztIn konsultieren oder warten sehr lange auf die für sie richtige Therapie. Grund dafür ist häufig mangelnde Information.
Um dem Informationsdefizit entgegen zu wirken und die PatientInnen noch
besser aufzuklären zu können, wurde von den beiden ExpertInnen Prim.
Prof. Volc-Platzer und Prof. Tanew eine PatientInnenbefragung ins Leben
gerufen. Mit dieser soll erfasst werden, in welchen Bereichen
PatientInnen Unterstützung oder vertiefende Informationen benötigen.
Nur
optimal informierte Patienten sind mündige Patienten, die sich mit
ihren Ärzten auf gleicher Augenhöhe verständigen und so selbst zum
Erfolg ihrer Therapie beitragen können. Darum ersuchen wir alle
Psoriasis-Patienten, an dieser Befragung teilzunehmen. so Prim.
Volc-Platzer.
Fragebögen werden in den Praxen aller Dermatologen in
Wien und in den dermatologischen Ambulanzen des AKH und der Wiener
Gemeindespitäler aufliegen.
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Schuppenflechte ist zwar nicht heilbar, mit den richtigen Therapien kann aber in vielen Fällen eine langzeitige Erscheinungsfreiheit herbeigeführt und dadurch die Lebensqualität der Patienten entscheidend verbessert werden.
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