
| Plinius berichtet ebenfalls sehr ausführlich über verschiedene Erden,
die er gegen zahlreiche Erkrankungen des Magens und Darms und bei
äußerlicher Anwendung gegen Geschwüre preist ("Historia naturalis").
Nach Dioskurides "De materia medica" in der Mitte des 1. Jh. n. Chr.
erlebte die Heilerde-Anwendung mit Claudius Galenus (129-201 n. Chr.)
ihren Höhepunkt. Hildegard von Bingen beschrieb in ihren wissenschaftlichen Arbeiten die heilende Wirkung von Steinen und wie sie Lepra mit der Erde von Ameisenhügeln heilte. |
| Von den vier Elementen der Antike, Erde, Wasser, Luft und Feuer, hat
vor allem die Erde in der naturheilkundlichen Bewegung des 19.
Jahrhunderts eine Renaissance als Therapieprinzip erfahren und ist auch
am Beginn unseres Jahrhunderts nicht aus dem therapeutischen Arsenal
des naturheilkundlich arbeitenden Arztes wegzudenken. In der Neuzeit griffen medizinische Laien wie Kneipp die alten Vorstellungen um die "heilenden Erden" wieder auf. Pfarrer Sebastian Kneipp benutzte Mitte des 19. Jhd. neben Wasser auch Erde bzw. Lehm zur Behandlung von Hautausschlägen und Wunden. Der Naturheilkundige Adolf Just empfahl den Löß auch für die innerliche Anwendung und hat Heilerde erstmals in seiner 1886 gegründeten Naturheilanstalt Jungborn mit großem Erfolg eingesetzt. Sein Schüler Emanuel Felke wurde wegen seiner Heilerfolge mit Erde "Lehmpastor" genannt. |
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