
Stille, Weite, Schweigen, Nichts Tun - einfach Sein? Schafft der zivilisationskranke Mensch, seine Emotionen zu erkennen und zu akzeptieren ? Kann ein Aufenthalt in der Wüste, verbunden mit Mediation und Stille, unseren Geist und Körper wieder ins Lot bringen, Stress und Krankheit von uns nehmen ? Folgen Sie diesem subjektiven Reisebericht über meditative Arbeit und emotionale Selbstheilungsprozesse in der Sahara.
Im Einklang mit der NaturDas Wissen um die Harmonie von Geist, Körper und Emotionen als Voraussetzung für Leistungsfähigkeit, Schönheit und Gesundheit findet sich als fester Bestandteil fast aller Kulturen.Die verschiedenen Wege zu dieser Harmonie sind geprägt von unterschiedlichen Denkansätzen, zumeist spielt dabei das Verhältnis zwischen Mensch und Natur eine wichtige Rolle. Jeder Stamm, jedes Volk hat seine spezifischen Kraftplätze in der Natur gefunden. Moderne Wissenschaften wie die Humanökologie beschreiben die Interaktion zwischen Mensch und Natur als ganzheitliches System, beide als Partner einer gemeinsamen Entwicklung. | |
Eine bessere Gesundheit von Menschen an Orten, in denen Natur, Landschaft und menschliche Kultur ästhetisch und nachhaltig in Einklang stehen, ist wissenschaftlich anerkannt.
| | Pflanzen und Tiere der Wüste mussten besondere Anpassungsfähigkeiten entwickeln, um hier gedeihen zu können, wie das erstaunliche Beispiel von Tamarisken zeigt. Diese Bäume trotzen nicht
nur dem Sand der Sahara, sondern auch dem Salz, welches an den
Blättchen wieder ausgeschieden wird. |
Um diese Kräfte zu nutzen besuchen wir in Begleitung von Margit Satyana, Expertin für Selbstheilungsprozesse, eines der kraftvollsten Wüstengebiete - die Sahara nahe von Douz in Tunesien.
| Unsere Anreise ist einfach und bietet eine harmonische Einstimmung auf die neuen Erfahrungen. Tunesien ist zwar hauptsächlich für seine Sandstrände und mediterranes
Klima bekannt, doch im von der Sahara geprägten, sonnenverbrannten
»Großen Süden« ziehen sich Gebirgs-, Steppen- und Wüstenlandschaften
bis an die algerische und lybische Grenze. Im Anschluß an den Direktflug von Wien nach Djerba können bei einer Fahrt im Jeep durch die kargen, zerklüfteten Berglandschaften Berberbauten sowie Wohnhöhlen bei Matmata besichtigt werden. | | ![]() |
Nach einer Übernachtung in einem der luxuriösen Hotels in Tozeur im typischen Lehmburgenstil mit ornamentalem Dekor geht es per Jeep hinein in den Sonnenaufgang in der Salzwüste des Schott El Djerid. Hier wurden Salze, Gips und anderen Sedimente aus den Gebirgen in eine abflusslose Senke geschwemmt.
| | Nach Regenfällen sind große Teile des Schotts überflutet, doch
zumeist ist das Wasser verdunstet und das Salz blüht. Wer nicht
bereits durch Erinnerungen an Karl Mays Schilderungen von im Salz
untergehenden Karawanen sensibilisiert ist, dem verhilft das von der
endlosen Salzfläche und Hitze getriebene Spiel von Licht und
Farben zu ganz persönlichen Fata Morgana- Eindrücken. Der
Sonnenaufgang eröffnet dazu sein ganz besonderes Farbenspiel. Hier unterstreichen die "Zähne Allahs", bizarre, windgeformte spitze Sandformationen die starke Verbindung zwischen Natur und Spiritualität. |
In Sabria schließlich erreichen wir die äußerste Grenze zur Wüste. In dem kleinen Ort leben 5 nomadische Großfamilien, ihnen hat die Regierung hier Land geboten, um Landwirtschaft wie etwa den Anbau von Dattelbäumen zu betreiben. Man findet hier vor allem Frauen und Kinder der letzten Generation jener Nomadenstämme, welche zuvor in der Wüste lebten und diese durchwanderten. Das überlieferte Wissen vieler Generationen wird hier weitergegeben und die Männer des Dorfes, wie unser Führer Brahim und seine verwandten Helfer, betrachten nach wie vor die Wüste als ihre Heimat und sich selbst als Nomaden. Sie kennen die Wege, Orte und Gefahren der Wüste und sie haben sowohl die Orientierungsmöglichkeiten als auch die Fähigkeiten, in der Sahara zu leben.
| Eindringlich verweisen sie auf ihr schönes, friedvolles Leben und die
Möglichkeit, moderne Hilfsmittel wie Mobiltelefone mit ihrem
traditionellen Lebensstil zu verbinden. Höflich, freundlich, zuvorkommend und sorgfältig achten Sie auf unsere Wünsche und Sicherheit. Mit der ihnen eigenen Freude an detaillierten, besonders ausgeschmückten Schilderungen bringen sie uns die Beziehung zwischen Wüste und deren Bewohner nahe. Voll Stolz lassen sie uns teilhaben an ihrem Leben und zeigen, wie wohlschmeckendes Brot in der Wüstenerde mit der heißen Asche des Feuers gebacken werden kann. Sie erklären, wie Orientierung selbst in den Dünen der Wüste möglich wird, wie die morgendlichen Spuren der Tiere im Sand über die Geschehnisse der Nacht Aufschluss geben oder welche Geschichten die Grabmäler von Marabouts, den wohltätigen Heiligen, über Spiritualität und Glauben der Menschen erzählen. | |
Das Wüstencamp liegt einige Kilometer südlich von Sabria, inmitten traumhafter Sanddünen und besteht aus einigen wenigen Nomadenzelten für zwei bis drei Personen.
| | Das Leben ist denkbar einfach, ebenso die Nahrung, welche typischerweise aus
Hülsenfrüchten besteht, wohlschmeckend mit würzigen Kräutern angereichert. Die
tägliche körperliche Bewegung unterstützt das Wohlbefinden. Ein heiliger Baum auf der höchsten Düne bildet den Orientierungspunkt für individuelle und spontane Wanderungen in den schier endlos scheinenden Sandebenen - allein mit sich selbst, mit allen Ängsten, Fragen und dem Vertrauen in den eigenen Weg durch die Dünen. |
| Zwar wird ein Gemeinschaftszelt aufgebaut, aber niemand lässt es
sich nehmen, im Schlafsack auf der eigene Düne den Weg der Sterne, die
Stille und die einsetzende Morgenröte zu verfolgen. Die meditative Arbeit von Margit Satyana bildet das zentrale Element dieser Touren, egal ob im Wüstencamp oder im Rahmen eines Kameltrekks. Als ausgebildeter Journey Practitioner und erfahrene Expertin für emotionale Selbstheilungsprozesse unterstützt sie auf dem Weg des mediativen Selbstverstehens. | |
| | Der Wüstenwind hat uns den Sand solange durch unsere Kleider
getrieben, bis wir die Gegenwehr aufgaben und lernten zuzulassen. Die Trommeln und Flöten unserer Nomadenfreunde am Lagerfeuer ließen unser Schweigen zum beredten Ausdruck unserer Gefühle werden. Die im täglichen Leben zumeist gut gehüteten Geheimnisse persönlicher Schwächen wurden Gegenstand gemeinsamer Arbeit. Nächtlich im Schlafsack, alleine auf einer Düne liegend, ohne gewohnte Abgrenzungen erlaubten unsere Ängste vor den Gefahren der Wüste uns so lange keinen Schlaf, bis wir genügend Vertrauen zu uns und zu den klar funkelnde Sternen über uns fanden. |
Durch die sorgfältig aufgebaute, freundschaftliche Zusammenarbeit mit Margit Satanya und der Organisation von Indigo Urlaub können kurze oder längere Aufenthalte in einfachen Lagern oder Kamelkarawanen mit mehrstündigen Ritten und täglich wechselnden Lagern gebucht werden.
Ein wichtiges Element dieser Touren ist das meditative Angebot. Margit Satyana ist ausgebildeter Journey Practitioner mit eigener Praxis und erfahrene Seminarleiterin für emotionale Selbstheilungsprozesse www.journeypraxis.com
Sie erlernte dieser Therapie direkt von der US-Autorin Brandon Bays ( The Journey, Der Highway zur Seele ), welche die von ihr entwickelte Methode The Journey auf der Grundlage von Methoden wie NLP weitergibt. Die Synergie zwischen meditativem Selbstverstehen während der Reise und die natürlichen Hilfen der Wüste können sich als starke Hilfe in Lebensfragen erweisen.
Das Angebot von Margit Satanya ist individuell gestaltbar. Von kontinuierlicher intensiver Arbeit - etwa für Erkrankte im Rahmen einer zweiwöchigen Aufenthalts im Wüstencamp - über gelegentliche naturverbundene Meditationen für Interessierte bei Kameltouren bis hin zu offenen Gesprächen über persönliche Probleme geht sie auf unterschiedliche Wünsche ein.
Für kleine Gruppen können auch völlig individuell gestaltete
Aufenthalte mit Schwerpunkten auf Reiten, Wandern, Meditation bis hin
zu einer von den Nomaden diskret überwachten Zeit von Alleinsein und
Schweigen im Dialog alleine mit der Wüste organisiert werden.
Indigourlaub bietet Menschen mit der Bereitschaft, sich selbstverantwortlich auf sich selbst einzulassen, eine Reihe von Reisen mit dem Hintergrund emotionaler- oder Persönlichkeitsarbeit an .
Autor: Dr. Alexander Haslberger

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