
Auch wenn es viele kaum wahrnehmen: wie ein Kosmetikprodukt aussieht, ist nicht egal. In Konsumentenbefragungen wird der Verpackung zwar gerne eine geringe Bedeutung eingeräumt, doch in der direkten Kommunikation zwischen Kosmetikprodukt und Konsument hat sie die Nase weit vorne. Aber Verpackung kann noch sehr viel mehr.
Die Verpackung schützt das Produkt, etwa vor Licht und unerwünschter Sauerstoffzufuhr. Damit hat die Verpackung auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung eines Kosmetikprodukts. Werden beispielsweise Pumpspender verwendet, dann kommt der Inhalt kaum mit Sauerstoff oder Verunreinigungen in Berührung und benötigt weniger Konservierungsmittel.

Auf der Verpackung müssen nach dem Kosmetikrecht wichtige Informationen für die Konsumenten stehen: z.B. Inhaltsstoffe, Hinweise zur Anwendung, Haltbarkeitsdatum nach dem Öffnen bis hin zu Hinweisen auf die Entsorgung wie etwa bei Spraydosen.
Die Verpackung muss die bequeme Anwendung von Creme, Deo, Duschgel oder Lidschatten ermöglichen. Beispielsweise Deosticks, die sich optimal an die Achselform anpassen und so für einen gleichmäßigen Auftrag sorgen. Oder Duschgels, die ergonomisch in der Hand liegen. Mascarabürsten, die die Wimpern beim Tuschen trennen oder verlängern.
Die Kosmetikmarkenhersteller arbeiten kontinuierlich daran, die Verpackung zu reduzieren, sie ökonomischer und umweltfreundlicher zu gestalten. So haben etwa die heute üblichen Zahnpastatuben dafür gesorgt, dass Faltschachteln als Schutz nicht mehr benötigt werden. Das spart nicht nur Verpackungsmaterial und Ressourcen bei der Herstellung, sondern auch Geld.
Verpackungen sind großartige Kommunikatore und ideale Wegweiser im Geschäft. Eine Qualitätsverpackung erhöht die Wertigkeit des Produkts. Hier geht der Trend in Richtung auffällige Verpackungen mit ungewöhnlicher Haptik, Verpackung mit Zusatznutzen etwa Lippenstifte mit integriertem Spiegel oder zu Farbe. Ungewöhnliche Formen und aufgeraute Flächen heben sich sofort ab.
Contra: Fragt man Konsumenten, was ihnen bei Kosmetikprodukten wichtig ist, dann kommt Verpackung meist ganz weit hinten. Die Studien von Kosmetik transparent zeigen, daß 48 % der Konsumenten die Verpackung unwichtig finden und sie an letzter Stelle reihen.
Pro: 72 % aller Kaufentscheidungen fallen am POS, d.h. im Geschäft. Und 42 % der Österreicher meinen, dass Aktionen im Handel sie bei der Kaufentscheidung beeinflussen. Ein kleines Beispiel für die Bedeutung der Verpackung: wenn Produkte eine neue Verpackung erhalten, so fällt es vielen Konsumenten schwer, das Produkt wiederzufinden. Verpackung dient also in großem Masse auch der Orientierung.
Letztendlich muss natürlich das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen. Die Verpackung ist das optische Produktversprechen, das der Inhalt auch einlösen muss und damit seinen Käufer überzeugt.
Quelle: Kosmetik Transparent
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